Astro & Nacht
Zwei Arten von Nacht: der Himmel über den Tauern, der sich von allein dreht, und eine Stadt, in der nur die Lichter in Bewegung sind. Beide leben von langen Belichtungen und davon, dass ich wach bleibe.
Nächte in den Hohen Tauern und den Sextner Dolomiten: der galaktische Kern über einer Zirbe am Staller Sattel, die Milchstraße durch die Himmelspforte am Schafberg, der Orionnebel aus gestapelten Belichtungen.
Dazu London im April 2026, zwischen Mitternacht und zwei Uhr früh: die Tower Bridge über der Themse, Busse, die als Lichtband unter dem Bogen durchziehen, das Rad von unten, der Mond neben dem Glas. Und eine Dorfkirche in Osttirol, die nachts heller leuchtet als am Tag.
Fast alles hier ist Langzeitbelichtung. Was im Sucher steht, ist noch nicht das Bild; das entsteht in den dreißig Sekunden danach, bei den Sternen über eine ganze Reihe von Belichtungen, die hinterher übereinanderliegen. Gebraucht werden eine klare Vorhersage, ein Nachführkopf, der hält, und Zeit, die man nicht in Stunden misst.